Gießen · 3 Min. Lesezeit
Wann muss ich meine Pflanze gießen? Der Fingertest und 3 weitere Zeichen
So erkennst du den richtigen Zeitpunkt zum Gießen: Fingertest, Gewicht des Topfes, Blätter und Farbe der Erde. Einfach und ohne Raten.

In diesem Ratgeber · 7 Teile
Am falschen Tag gießen ist der häufigste Grund, warum Zimmerpflanzen eingehen. Und fast immer ist es zu viel Wasser, nicht zu wenig. Die gute Nachricht: Pflanze und Topf zeigen dir selbst, wann es so weit ist. Du musst nur wissen, wo du hinschauen sollst.
Der Fingertest
Er ist das zuverlässigste Zeichen und kostet nichts.
- Steck deinen Finger nahe am Topfrand etwa 2 bis 3 cm tief in die Erde.
- Erde in dieser Tiefe trocken: Bei den meisten Blattpflanzen ist es Zeit zum Gießen.
- Erde feucht oder kühl: Warte noch ein oder zwei Tage und teste dann noch einmal.
Die Tiefe hängt ein wenig von der Pflanze ab:
- Tropische Blattpflanzen wie Efeutute, Fensterblatt und Purpurtute: Gieß, wenn die obersten 2 bis 3 cm trocken sind.
- Pflanzen, die immer feuchte Erde mögen, wie Schwertfarn, Korbmarante und Einblatt: Gieß, sobald die Oberfläche anfängt abzutrocknen.
- Sukkulenten und Kakteen wie Aloe vera, Echeverie und Bogenhanf: Gieß erst, wenn die Erde komplett trocken ist, auch weiter unten.
Das Gewicht des Topfes
Heb den Topf direkt nach dem Gießen an und merk dir das Gefühl: So schwer ist Erde voller Wasser. Ein paar Tage später hebst du ihn wieder an. Je leichter er ist, desto trockener die Erde.
Mit der Zeit erkennst du schon beim Anheben, dass es Zeit zum Gießen ist. Das klappt sehr gut bei kleinen und mittleren Töpfen und bei Orchideen.
Die Blätter
Auch die Blätter geben Zeichen. Sie kommen aber später als die Zeichen der Erde.
- Schlaffe, hängende Blätter bei trockener Erde: Wassermangel. Das Einblatt ist dafür bekannt: Es lässt alles hängen und richtet sich wenige Stunden nach dem Gießen wieder auf.
- Schlaffe Blätter bei nasser Erde: Achtung, das kann zu viel Wasser sein. Wurzeln, die im Nassen stehen, faulen und können kein Wasser mehr zu den Blättern bringen.
- Sukkulenten mit dünnen, schrumpeligen Blättern: Sie brauchen Wasser.
- Sukkulenten mit weichen, glasigen Blättern: Sie haben zu viel Wasser bekommen.
Prüf deshalb immer die Erde, bevor du eine schlaffe Pflanze gießt.
Die Farbe der Erde und die Wurzeln
Nasse Erde ist dunkler, trockene Erde ist heller. Bei der Schmetterlingsorchidee im durchsichtigen Topf schaust du auf die Wurzeln:
- Silbrig: Es ist Zeit zum Gießen.
- Grün: Sie hat noch Wasser.
So gießt du, wenn es so weit ist
- Gieß gründlich, bis Wasser aus dem Abzugsloch läuft. So wird die ganze Erde feucht, nicht nur die Oberfläche.
- Leere den Untersetzer nach ein paar Minuten. Stehendes Wasser unter dem Topf hält die Wurzeln dauernd nass.
- Nimm einen Topf mit Abzugsloch. Ohne Abfluss kann jedes Gießen zu viel sein.
Warum „jeden Montag gießen“ nicht immer funktioniert
Eine feste Routine hilft, das Gießen nicht zu vergessen. Aber wie viel Wasser eine Pflanze braucht, hängt ab von:
- Wärme und Luftfeuchtigkeit;
- dem Licht im Raum;
- der Größe des Topfes;
- der Jahreszeit: Wenn es kalt ist, trinken fast alle Pflanzen weniger.
Am besten hast du eine Erinnerung und machst dann den Fingertest.
Kurz gesagt
- Fingertest, 2 bis 3 cm tief.
- Gewicht des Topfes.
- Schlaffe Blätter: erst die Erde prüfen.
- Gründlich gießen und den Untersetzer leeren.
Pflanze im RatgeberEfeututeZum PflanzenprofilQuellen
Pflanzenprofile im momiroot-Katalog, mit Gießregeln von NC State Extension und RHS (Links auf der Seite jeder Pflanze).
